Hier erlebte Bayern sein Debakel

04 october 2014 20:45

Hier erlebte Bayern sein Debakel

Nach dem Erfolg im entscheidenden Play-off-Spiel gegen Slovan Bratislava (3:0) gingen die Spieler von BATE Borissow direkt zu einem für sie liebgewonnenen Ritual über: Sie nahmen Trainer Aleksandr Jermakowitsch (39) in ihre Mitte und warfen ihn mehrfach in die Luft.

Der ehemalige Mittelfeldspieler von BATE, der mehr als 200 Spiele für den weißrussischen Serienmeister absolvierte, führte den Klub zum dritten Mal seit 2008 in die Gruppenphase der Champions League. Sein Abwehrchef Egor Filipenko (26) schrieb diesen Erfolg vor allem der neuen Heimstätte des Vereins zu. „Diese Arena ist wunderschön. Die Unterstützung der Fans ist einfach verrückt."

In dieser Saison spielt BATE erstmals in der im Frühjahr 2014 eingeweihten Borissow-Arena und nicht mehr im Stadion des Erzrivalen Dinamo Minsk. Dorthatten die Weißrussen 2012/13 mit dem 3:1-Sieg gegen den FC Bayern München für eine Sensation gesorgt.

„Wir sprechen ungern nur über diesen Sieg gegen Bayern", will BATE-Geschäftsführer Mikhail Dementsevich (47) seinen Klub nicht auf das Husarenstück vom 2. Oktober 2012 reduziert wissen, „aber sportlicher Erfolg ist die beste Werbung für diesen Verein. Die Entwicklung der letzten fünf Jahre erlaubt es uns nun, in den Kader zu investieren."

Trotz dieses vollmundigen Versprechens startet BATE mit einem gegenüber der Meistersaison 2013 nahezu unveränderten Kader in die Champions League. Den serbischen Abwehrroutinier Nemanja Tubic (30) vom russischen Klub FK Krasnodar und den ukrainischen

Mittelfeldspieler Andrej Jakowlew (25) von Aufsteiger FK Sluzk holte BATE ablösefrei. Trainer Jermakowitsch sieht sein Team gerüstet. „Wir sind starker als in der letzten Saison." Die Elf präsentierte sich in der Qualifikation als kompaktes und durchaus spielstarkes Kollektiv. Neben Mittelfeldregisseur Sergej Kriwets (28) ist der frühere Freiburger Profi Witali Rodionow (30) der Star. Der Stürmer ist seit seinem Tor zum 3:0 gegen Bratislava mit nun 19 Treffern neuer Europapokal-Rekordtorschütze im weißrussischen Fußball.

Von Carsten Germann (Sport Bild Sonderheft 2014, auf Deutsch)